Sonntag, 9. Dezember 2018

Vorweihnachtliche Adventsstimmung!

In Deutschland hat die besinnliche Adventszeit 🎅 begonnen, es ist kalt und man freut sich gemeinsam auf Glühwein und Plätzchen. Von diesem vorweihnachtlichen „Feeling" ist bei mir nichts zu spüren. Der Sommer hat gerade begonnen und ich schwitze mir ein T-Shirt nach dem andern nass.  

Aber ich denke es sind hier die großen Kleinigkeiten, die Weihnachten aufleuchten lassen ✨. Eins der schönsten Lichter, die hier nicht nur zur Weihnachtszeit leuchten, ist die Lebhaftigkeit der Menschen. Man trifft sie überall, so auch während unserer Rückreise von San José nach Esterones, als ich folgendes „zuckersüße Advent-Vergnügen“ erlebte:

Wir saßen im Bus in der zweiten Reihe. Vor uns ein Tico als Unterstützung des Busfahrers, der den Gästen beim Verstauen des Gepäckes half …. so dachten wir.
Ja, er war sehr hilfsbereit. Aber wie sich kurze Zeit später herausstellte war er, wie auch wir, nur einer von vielen Fahrgästen. Er blieb aber nicht lange nur einer von vielen, denn schon bald packte er seine Gitarre aus und ließ seiner Leidenschaft freien Lauf. 🎸Er ist Musiker und war auf seinem Weg zur Arbeit nach Guanacaste. Ich bin mir nicht sicher was ihn angetrieben hat, aber es muss pure Lebensfreude gewesen sein. 😄
Beim Zupfen der Saiten legte er ein bewundernswertes Repertoire an den Tag, von Beethoven und Bach über Beatles bis „Jingle Bells“, einfach grandios! 
Mit großartiger Leichtigkeit erfand er lustige Texte und besang das Busunternehmen, mit dem wir gerade unterwegs waren. Untermalt mit entsprechender Mimik brachte er damit den ganzen Bus zum Lachen. 😂


Ich sag´s Euch: Ich hatte Bauchschmerzen vor Lachen und die Tränen sind mir übers Gesicht gelaufen …. PURA VIDA!

Zurück in Costa Rica - Puerto Viejo

Noch einmal karibisches Feeling in Puerto Viejo, bevor es wieder zurück an den Pazifik ging. 

Der Hostelkette Selina treu geblieben nächtigten wir diesmal in einem „Zelt“ (22 USD/Nacht). ⛺


Wie auch schon in Barco trifft sich im Hostel Selina die ganze Welt im Alter von 20 bis 30 Jahren. Alle mit dem gleichen Ziel, die Welt zu erkunden. Ein Ort der Begegung, des Austausches und des gemeinsamen Erlebens.
So kam es, dass wir gleich am ersten Tag zusammen mit Silvia, einer Tica aus San José, in der Gemeinschaftsküche Sandwiches produzierten. Die schmeckten einfach wunderbar, nicht nur weil sie gut waren, sondern weil sie auf internationale Art und Weise gemeinschaftlich entstanden sind. Phantastisch! Aber da schwingt auch immer ein Hauch von Vergänglichem mit, denn an diesem Ort Abschied zu nehmen bedeutet oft, dass man sich wahrscheinlich niemals im Leben wiedersieht …. Man trifft aber auch auf andere, die es nicht lohnt wiederzusehen. An der Bar hatten wir eine nette Unterhaltung mit Kanadiern, doch nachdem sie erfuhren, dass wir einen Freund haben, sind die Jungs ganz schnell verschwunden. Die hatten wohl was anderes vor ….


Wie mieteten „Bananos“ (Fahrrad für 5 USD/Tag). 🚴 Sie sind hier traditionelles Fortbewegungsmittel und die beste Möglichkeit auf der ebenen Küstenstraße (parallel zum Strand) zu fahren. Gangschaltung und Licht sucht man an den Rädern vergeblich. Auf gute Bremsen und Reifen sollte man achten, da die Straßen mitunter sehr holprig sein können.


Gleich am nächsten Tag besuchten wir das zwei Kilometer entfernte, direkt am Strand liegende, quirlige Örtchen Puerto Viejo. Die lebhafte Uferstraße, an der so gut wie alle Unterkünfte, Geschäfte und Restaurants liegen, ist perfekt zum Fahrradfahren geeignet. Wir genossen es sehr durch die bunten Gässchen zu bummeln und hier und da einige „ Scheinchen" (Colones) 💸 zu lassen. Es ist die Mischung aus tollen Menschen, purer Lebenslust, rhythmischen Reggae und vollendeter Natur, die das unvergleichbare Lebensgefühl Puerto Viejos ausmacht.



Einen weiteren Nachmittag verbrachten wir im Naturschutzgebiet Gandoca-Manzanillo. Leider war der Morgen verregnet, so dass wir statt dem Fahrrad den Bus wählten um ins zwölf Kilometer entfernte Dorf Manzanillo zu gelangen. 🚌


Der artenreiche Nationalpark gehört zu den schönsten Naturreservaten Costa Ricas. Er liegt zwischen den Mündungsgebieten der Flüsse Cocles und Sixaola und schließt ein vor der Küste liegendes Korallenriff ein. Strenge ökologische Auflagen verhindern, dass die Gegend durch große Bauprojekte für den Massentourismus erschlossen wird.


Im Dorf Manzanillo beginnt ein fünf Kilometer langer Wanderpfad, der in Küstennähe durch das Naturreservat führt und an einem Badestrand endet. Lagunen Feuchtgebiete, tropischer Regenwald und Korallenriffe bilden hier zusammen mehrere unterschiedliche Ökosysteme mit großer Artenvielfalt. Im seichten Wasser sind Langusten, Hummer und Diadem-Seeigel beheimatet. Die Sümpfe im Landesinneren werden von Kaimanen, Tapiren und verschiedenen Leguan-Arten bewohnt. Bunte Tukane und Papageien leben in den tropischen Regenwäldern des Naturschutzgebietes und zahlreiche Seevögel nutzen die Küstenregionen als Brutgebiete. Erwähnenswert ist auch der vor dem Riff liegende Mangrovenwald mit den einzigen roten Mangroven des gesamten karibischen Raumes.



Aufgrund des starken Regens am Vormittag  ☔ waren die Wege sehr klitschig und gefährlich, so dass wir leider auf eine Wanderung verzichten mussten.


So ging dann auch schon bald unser letzter Tag in Puerto Viejo zu Ende. Die Zeit der Rückreise war gekommen. Wie auch bei der Hinreise verbrachten wir eine Nacht in San José damit die Heimfahrt nicht zu lange wurde.


Bushaltestelle in Puerto Viejo

In San José nutzen wir den Abend um uns von Johanna zu verabschieden. Auch sie pausierte eine Nacht im Hostel um am nächsten Morgen in den Flieger zu steigen. Ihre drei Monate in Costa Rica sind wie im Fluge vergangen. 

Auf Wiedersehen Johanna! 

Samstag, 1. Dezember 2018

Panama - Traumhafte Inseln in der Karibik

Anreise

Das Geld ist knapp …. nichts ist jetzt besser als Bus fahren, immer kostengünstig und zuverlässig! 🚌

Noch vor Ablauf unserer 90 Tage Aufenthalt, machten Anna und ich uns letzte Woche auf den Weg nach San José. Dort verbrachten wir eine Nacht um ausgeruht, gleich am frühen Morgen den ersten Bus (15 USD) nach Panama zu nehmen. 
Im voll besetzten und eisig klimatisierten Bus bewegten wir uns im Schneckentempo auf die Karibikküste zu. 🐌 Verkehrsreiche Straßen und Baustellen sorgten dafür, dass sich die Fahrt wie Kaugummi in die Länge zog. Nach sieben Stunden erreichten wir endlich den 250 km entfernten Grenzort Sixaola.



Unweit der Busstation warteten Grenzlotsen um uns zu einer kleinen Apotheke zu bringen. Dort bezahlten wir gegen Vorlage des Reisepasses eine Ausreise- und Bearbeitungsgebühr (8 USD). Im nahegelegenen Grenzbüro gab´s dann gegen Abgabe des Belegs den Ausreisestempel. Jetzt noch über eine Brücke und Panama war erreicht. 


Am Ende der Brücke begann der Einreisevorgang. Reisepass und Ausreisenachweis wurde verlangt. Gut, dass ich meinen Rückflugbeleg im Gepäck hatte. Bevor es den Einreisestempel gab nahm man uns noch die Fingerabdrücke. 

Kaum hatten wir das Grenzgebäude verlassen wurden wir von Schleppern belagert. Sie boten uns ein Komplettangebot (15 USD) mit Van und Taxiboot bis Bocas del Toro. 
Was tun? Wir wussten nicht wo und wann der nächste Bus fährt, aber wir wussten, dass es bald dunkel werden würde …. wir waren nicht alleine, weitere Reisende hatten den gleichen Weg. So fühlten wir uns alle auf der sicheren Seite und nahmen das Angebot an. Mit dem Van benötigten wir 30 Minuten bis Almirante. Nach weiteren 30 Minuten Bootsfahrt erreichten wir unser Ziel Bocas del Toro auf der Insel Colón. Alles ging gut. 
Wenig später habe ich erfahren, dass die Fahrt mit lokalem Bus und Taxiboot nur die Hälfte kostet. Allerdings hätte man für die Busfahrt (inklusive umsteigen) die dreifache Zeit benötigt.

Vom Bootsanleger war es nicht weit. Fünf Minuten Fußweg und wir erreichten unser zentral am Wasser gelegenes Hostel „Selina Bocas Del Toro“ (30 USD pro Nacht).


Küste von Bocas


Hostel Selina


Lichtdurchflutete Gänge führen zu den Zimmern



Entspannt in die Karibik blicken

Unsere, für den nächsten Tag gebuchte Tour zur Insel Zapatilla 1, mussten wir leider um einen Tag verschieben …. dummerweise lebten wir nach der falschen Uhrzeit und unser Ausflugsboot war schon weg als wir nach ihm suchten. Panama ist Costa Rica um eine Stunde voraus, das werden wir so schnell nicht vergessen! ⏰

Doch man hatte nachsehen und gab uns den Tipp stattdessen mit dem Bus zum traumhaften Strand „Playa Estrella“ zu fahren. 

Mit dem Bus zum "Playa Estrella"

Die Insel Colón ist 13 km lang und die Größte im Inselarchipel Bocas del Toro. Neben ihrer einzigen Stadt Bocas und einem Flughafen bietet sie riesige Dschungelflächen und wunderschöne Karibik-Strände. 
Mit dem Bus erreichten wir nach 40 Minuten den Westen der Insel, die Endstation Boca del Drago. Weiter ging´s zu Fuß. Durch einen Mangrovenwald gelangten wir auf einem idyllischen schattigen Sandpfad nach 20 Minuten zum Playa Estrella. 


Das ist sie, die Karibik. In voller Pracht! Malerische Palmen wachsen ins türkisfarbene Wasser und weißer Sandstrand klebt an den Füßen. Bisher kannte ich das nur aus dem Reisekatalog, jetzt ist es Wirklichkeit geworden.


Der abgelegene 1 km lange Strand hat seinen Namen von den Seesternen, sie sammeln sich hier im seichten und kristallklaren Wasser. Auch ohne Schnorchelausrüstung sind sie sehr gut zu sehen. Die Sensation für alle kleinen und großen Besucher! 

Leider sieht man immer weniger von den sensiblen Tieren, die früher wohl zu Hunderten hier lagen. Unter anderem mag das an den Touristen liegen, die sie nicht selten für ein Foto aus dem Wasser nehmen. Dabei füllt sich das empfindliche Kapilarsystem der Seesterne mit Sauerstoff. Den Sauerstoff bekommen sie im Wasser nicht mehr aus ihrem Kapilarsystem gedrückt und verenden qualvoll.
SCHADE, dass zahlreiche Hinweisschilder kaum nutzen …. 🚯




Kissenseestern

Imbissbuden, Souvenirstände und Reagge-Musik prägen das Strandbild. 📻 Etwas abseits haben wir aber ein ruhiges Plätzchen finden können. Gut, dass die Hochsaison noch nicht wirklich losgegangen ist.



Bootstour - "Cayo Zapatilla 1"

Die Uhr auf Panama-Zeit gestellt, konnte einen Tag später die Bootstour (25 USD) starten. Unser kleines Boot war mit zehn Personen voll besetzt. Die nächsten sechs Stunden bedeuteten auf, am oder im Wasser zu sein. 🏊

Die Inselgruppe Bocas del Toro ist ein einzigartiges Naturparadies. Der Archipel besteht aus neun Inseln und unzähligen Koralleninseln. Neben unberührten Korallenriffen, weißen Sandstränden und Höhlen findet sich auch eine interessante Tierwelt mit Faultieren, Affen, Tukanen, Papageien, Leguanen und Schildkröten. 🐒


Dolphin Bay

Zunächst steuerten wir die Delphinbucht an. Eingegrenzt durch die Insel Cristobal, das Festland und ein Labyrinth von Mangroven, wirkt die Bucht wie ein riesiges sechs Kilometer breites Aquarium. Viele Tümmler leben hier ganzjährig. Das ruhige Gewässer bietet reichlich Nahrung für groß und klein. 🐬
Wir konnten mehrere Delphingruppen beobachten. In den Wellen unseres Bootes schienen sie sich wohl zu fühlen, sie verfolgten uns, sprangen hoch und zeigten sich. Allerdings war es nicht ganz so leicht im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken ….





Coral Cay

Der nächste Anlaufpunkt war die von einer Mini-Gemeinde bewohnte Koralleninsel „Coral Cay“. Es ist eine kleine Insel zwischen Bastimentos und Popa, wunderschön von Mangroven umgeben. Das Wasser smaragdgrün, Schnorcheln ein Muss! 

Leider gab´s an unserem Stopp nicht so viele tropische Fische und Korallen wie angepriesen. 🐠 Später habe ich erfahren, dass die Bootsführer gerne an Stellen mit Restaurant fahren, statt an üppige Korallengärten. Vielleicht lockt hier ein Extrabonus für sie ….




Cayo Zapatilla 1

Dritter Anlaufpunkt und zugleich Höhepunkt der Tour war die kleine (500 x 100 Meter) Insel „Cayo Zapatilla 1“. Östlich von Bastimentos liegt sie neben ihrer Zwillingsinsel im Naturschutzgebiet und ist komplett mit Palmen und Dschungelpflanzen bewachsen. 🌴 Umgeben von tropischem Korallenriff bietet sie alles was man braucht: Palmen, weißer Sandstrand und kristallklares türkisfarbenes Wasser …. allerdings sollte man die Verpflegung nicht vergessen, denn hier gibt es keine Buden. Verkaufen ist verboten!






Die Insel ist ungestörter Nistplatz für Meeresschildkröten. Sie darf nicht bebaut werden und muss bis 16 Uhr geräumt sein. Künstliches Licht und touristische Infrastruktur sind unerwünscht. Zu Gunsten der Meeresschildkröten diskutiert man darüber die Insel schon bald für Touristen zu schließen. 🐢

Die Zeit raste und es kündigte sich der Aufbruch an. 
Auf Wiedersehen Zapatilla!

Playa Polo

Jetzt ging´s langsam zurück Richtung Ausgangspunkt, vorbei an der langgestreckten Ostseite der Insel Bastimentos. Am "Playa Polo" verweilten wir im Boot um in den dichten Mangroven Faultiere aufzuspüren. Wir hatten Glück, ich konnte eine Faultiermutter mit ihrem Jungen entdecken. Da das Jungtier nicht mehr an der Mutter hing, musste es älter als neun Monate sein.


Der 800 Meter lange und schmale Strand „Playa Polo“ liegt abgeschieden und ist naturbelassen. Begrenzt von Palmen und Sträuchern ragen hier viele Baumstämme ins Wasser. Der Strand verdankt seinen Namen einem Herrn Polo, der vor vielen Jahren der Menschheit entflohen ist und seitdem hier ganz alleine lebt.

Mit dem Taxiboot zum "Playa Red Frog"

Von Stränden nicht genug, besuchten wir an unserem letzten Panama-Tag den beliebtesten der Strände, „Playa Red Frog“ auf der Insel Bastimentos. „Red Frog“ der Strand, der seinen Namen den orange-roten Pfeilgiftfröschen verdankt, ist der Einzigste an dem man ein kühles Getränk und Essen bekommt. 🍹 Neben einer Surfschule fehlt hier auch die Toilette nicht. Kein Boot fährt den Strand direkt an. Wer an den Luxusstrand möchte kann ihn nur über einen Steg- und Waldweg erreichen, muss aber zuvor 5 USD Weggebühr bezahlen. 💵









Bootstour - „Biolumineszenz"

Bei Neumond sollte unser letzter Abend in Panama magisch werden …. 🌙

Während einer Bootsfahrt erlebten wir wie in den Gewässern von Bocas del Toro tausende von Mikroorganismen durch einen biologischen Prozess (Sauerstoff trifft auf Enzym) im Dunkeln leuchten können. 

Durch Mangroven ging´s an einen idealen geheimen Ort, an dem wir das erstaunliche Phänomen erlebten. Ich tauchte meine Hand ins Wasser, bewegte sie hin und her und alles leuchtete. Hob ich die Hand aus dem Wasser tropfte die Biolumineszenz wie tausende Diamanten ab. 



Eine Steigerung sollte folgen, unser Guide hatte Schnorchelausrüstungen dabei. Doch als wir genauer ins tiefe Dunkel leuchteten erkannte unser Guide einen giftigen Fisch, der sich tagsüber im Sand versteckt und nachts umherschwimmt. Gerne verzichteten wir auf den Sprung ins Wasser. Trotzdem eine schöne Vorstellung, beim Schwimmen eine leuchtende Spur von „Feenstaub“ hinter sich her zu ziehen. 


Ein unglaubliches Gefühl das alles zu erleben und eine einzigartige magische Erfahrung! 

Als unser Guide erfuhr, dass wir tagsüber am „Playa Red Frog“ waren, aber keinen Pfeilgiftfrosch gesehen haben, lies er es sich nicht nehmen erneut mit uns an den Strand zu fahren. Im Dunkeln machten wir uns auf die Suche und wurden tatsächlich fündig.

Es gibt 170 Arten von Pfeilgiftfröschen, aber nur drei sind lebensgefährlich. Die in Panama lebenden Pfeilgiftfrösche verursachen „nur„ Fieber und Magen-Darm-Krämpfe. 
Der winzige Frosch schützt sich nicht nur mit seinem Gift (welches er über die Haut abgibt), sondern auch mit seiner Farbe vor Feinden. Grelle Farbtöne schrecken den Angreifer schon beim ersten Anblick ab.

         
Viel zu kurz war die Zeit in Panama …. 
Voll bepackt mit Erlebnissen fielen wir auch am letzten Abend in unser treffsicheres Bett, denn das füllte fast den ganzen Raum aus.

Sonntag, 25. November 2018

Halbzeit!

Da ich, wie jeder Europäer, bei der Einreise nach Costa Rica nur ein Visum für drei Monate erhalten habe, ist jetzt meine Zeit der Ausreise gekommen. Ich muss das Land für mindestens 72 Stunden verlassen. Danach darf ich erneut einreisen, worauf mein Visum um weitere drei Monate verlängert wird.

Ich nutze gerade die Gelegenheit und bin unterwegs:

OH, WIE SCHÖN IST PANAMA!


 

Streicharbeiten abgeschlossen

Schulmauer und „Bodega“ glänzen jetzt in frischer Farbe!

Mehrere Tage brauchte es unermüdliche Schüler, die in großer Hitze bei 35°C, auch nach dem Unterricht noch bereit waren die Malerrolle in die Hand zu nehmen. Alle waren sehr fleißig und froh, dass für das Streichen auch mal der Unterricht ausfiel. 


Selbst die Lehrerin, voller Motivation, ging mit gutem Vorbild voran. Ich entdeckte sie an einem Morgen schon um 7 Uhr mit Farbeimer und Rolle bei Ausbesserungsarbeiten.

Für den Schuleingang hatten wir uns etwas Besonderes ausgedacht. Der wurde zusätzlich mit erstrebenswerten Eigenschaftswörtern, wie z.B. Frieden, Solidarität, Engagement, Freundschaft, Respekt, und Kreativität aufgepeppt. 


Desweiteren gab es für die älteren Jungs den Auftrag den „Bodega“ (wörtlich übersetzt Keller) blau zu streichen. Dies ist eine Unterstellhütte für allerlei nützliches wie schuleigene Gartengeräte. 
Man achte auf den alten Bretterhaufen an der Hüttenwand. Das Holz sollte liegen bleiben …. es wurde doch tatsächlich drum herum gestrichen. PURA VIDA! 😀


Doch nur mit dem Anstrich gaben wir uns nicht zufrieden. Mittlerweile bewundert man auf der blauen Wand unter anderem auch einen Baum. Das besondere an ihm sind seine bunten Blätter, entstanden durch die Handabdrücke der Kinder.


Die jüngeren Schüler nutzten die Gartengeräte und übernahmen nicht weniger fleißig die Aufräum- und Reinigungsarbeiten.


Dienstag, 20. November 2018

Weihnachten beginnt im Postamt!

Ein Paket aufzugeben und auf eine 10.000 km lange Reise zu schicken kostet Geld und braucht Zeit. Die Kosten sind fix aber die Zeit ist ein dehnbarer Begriff. Theoretisch können das zwei Wochen sein, praktisch ist mit vier Wochen oder mehr zu rechnen. Egal, Hauptsache es kommt an. Und was so ein Paket unterwegs alles erlebt, dass wird immer sein Geheimnis bleiben …. 📦
Aber was man auf dem Postamt schon beim Aufgeben erlebt, das ist wirklich sein Geld wert! Da lässt der Postangestellte doch tatsächlich die vollen Paketgebühren in Briefmarken auf das Paket kleben. Glücklicherweise reichte die Paketfläche aus und es gab gratis ein Schälchen zum Anfeuchten der Briefmarken dazu. Ich sag´s Euch, bei der Menge ohne Wasserschälchen, da wäre die Zunge auf der Strecke geblieben! Das Kleben brauchte einige Zeit, hat sich aber gelohnt. Denn jetzt ist das Paket auf dem Weg und glänzt mit dem schönsten Weihnachtspapier aller Zeiten! 

Der Empfänger ist natürlich nicht das Christkind …. Die Überraschung bleibt bis der Paketdienst vor der Haustür steht.

PURA VIDA, so ein Paket hat man hier nicht alle Tage! 



Freitag, 16. November 2018

Abenteuerliche Dschungel-Quad-Tour

Samstag früh um 8 Uhr starteten wir eine geführte fünfstündige Quad-Tour ab Samara. Mit dabei waren Johanna und Janis aus Garza, Anna und ein bis dahin uns fremdes deutschsprachiges Ehepaar, Heike und Carsten. 


Nach englischer Fahrzeug-Einweisung durch unseren Guide Christian begann unsere abenteuerliche Reise mit vier Quads in südöstliche Richtung. 


Der Weg führte uns oberhalb der Strände Playa Samara, Playa Carillo, Playa Camaronal, Playa Islita und Playa Corozalito entlang. Wir fuhren auf Berge um an deren Spitzen spektakuläre Aussicht auf traumhafte, menschenleere Strände und türkisfarbenes Wasser zu genießen. 


Blick auf Playa Carillo


Es war später Vormittag als wir am Strand Playa Corozalito eine grausame Entdeckung machten. Hier lagen unzählige tote Schildkrötenbabys, scheinbar alle zu spät geschlüpft und von der Hitze vertrocknet. Nur ein Baby überlebte, sein Anblick tröstete uns und es war wunderschön anzusehen wie das Kleine den Weg ins Meer fand.


Oliv-Bastard-Schildkrötenbaby auf dem Weg ins Meer


Es folgten Wege abseits geteerter Straßen durch den Dschungel. Über staubige und matschige Geröllpfade ging es abwechselnd steil hoch und runter. Es gab „Adrenalin-Abhänge“, da blieb mir die Luft weg. Aber die Fahrt musste weiter gehen …. überwinden und durch! 😨


Es gab steinige Wasserwege, da ging auch mit dem Quad nichts mehr, zu Fuß überquerten wir einen Fluss um uns an einem versteckten Wasserfall vom Staub zu befreien. Eine Stunde Erholung! Wir sprangen von Wasserfallklippen in den natürlichen Pool und genossen den feinen Wassernebel und das erfrischende Bad im kühlen Nass. 



Christian unser Guide war bei den Quads geblieben und hatte zwischenzeitlich ein leckeres Barbecue vorbereitet. Mit Hunger im Bauch gingen wir zurück zu den Quads, glaubt mir: Es war ein wirklich berauschendes Gefühl als uns der Duft von gegrilltem Fleisch in die Nase stieg!


Gestärkt machten wir uns auf den Rückweg um die Fahrt mit dem Quad noch einmal in vollen Zügen zu genießen.

Wieder in Samara angekommen wurden wir von Heike und Carsten zum Bier in eine Bar eingeladen. Interessiert lauschten sie unseren bisherigen Erfahrungen in Costa Rica. Und dann war es auch schon wieder Zeit aufzubrechen um noch vor Dunkelheit zu Hause zu sein. 
Wir hatten Glück und schafften es doch tatsächlich zu viert einen Pick-up anzuhalten, der uns bis zur nächsten Bushaltestelle mitnahm. Der Fahrer bat uns flach auf die Ladefläche zu legen und meinte, dass uns keiner sehen darf weil das Mitnehmen von Personen auf der Ladefläche illegal sei. Sehr gerne gehorchten wir ihm und hatten während unserer zehnminütigen Fahrt bis zur Haltestelle unglaublich viel Spaß. 😂