Sonntag, 20. Januar 2019

Krokodile fünf Meter lang

Als ich gerade mal ein paar Tage hier war und am frühen Morgen meinen Fensterladen öffnete, traute ich meinen Augen nicht. Da marschierte doch tatsächlich ein Krokodil vorbei! Es regnete und das Tier war auf dem Weg zum nahegelegenen Fluss, der uns während der Regenzeit den direkten Weg nach Samara versperrt. Damals dachte ich, dass ich Krokodile wohl jeden Tag sehen werde. Das war allerdings nicht der Fall, denn es blieb für 2018 bei dieser einen Begegnung. 🐊



Aber ich hörte von den Krokodil-Flusstouren auf dem Fluss Tárcoles bei Jacó. Der Reiz einen der größten wildlebenden Krokodilbestände der Welt zu beobachten, weckte mein Interesse. Also wurde Jacó der Ort des nächsten Quartiers von Anna, Lea und mir.

Samará - Jacó
(Strecke 211 km, Fahrzeit 5 Stunden mit Umsteigen in Puntarenas)

Jacó ist ein für Costa Rica eher untypischer Urlaubsort. Schon von weitem sind die Hochhäuser der „amerikanischen Party-Stadt“ zu erkennen. Neben einem 4 km langen Strand bietet die Stadt unzählige Bars und Restaurants, die bis tief in die Nacht geöffnet haben. An jeder Ecke wird das Leben gefeiert und an Schlaf ist nicht zu denken. So auch in unserem Hostel, unaufhörlich vibrierte mein Bett bis es wieder hell wurde. 🎉


Sehr müde starteten wir in den neuen Tag als wir mit dem Shuttlebus von „Jose´s Crocodile-River-Tour“ ins 30 Minuten entfernte Fischerdorf Tárcoles gebracht wurden. Hier, an der Stelle wo der 111 km lange Fluss Tárcoles in den Golf von Nicoya mündet, begann unsere zweistündige Flusstour (50 USD pro Person) im 40 Personen Boot. 🚤


Es dauerte nicht lange bis die erste Schnauze eines riesigen Krokodils aus dem Wasser ragte. Furchterregend wirkten die starren Augen, die uns genau im Blick hatten. 👀



Als eine schuppige, fünf Meter lange Bestie sich dem Land näherte wurde uns schon bald klar, dass das nicht irgendein Krokodil war. Unser Bootsführer wusste genau auf was er sich einließ als er kurz drauf an Land sprang, das Tier beim Namen nannte und ihm einen Happen Fleisch 🍖 vors Maul hielt. Aber das Krokodil hatte nicht viel Hunger, zu viele Boote waren auf dem Fluss unterwegs … 






Auf dem Weg durch das Mangroven-Kanalsystem gab es in den Bäumen und Sträuchern entlang des Flussufers eine Fülle wunderschöner exotischer Vögel zu sehen. 🐦


Neben Reihern und Fischadlern, die sicherlich auch auf das ein oder andere Stück Huhn lauerten, sah ich auch prächtige Fregattvögel, Pelikane und Rosalöffler mit ihrem stark abgerundeten Schnabel. Am Fluss Tárcoles leben über 50 verschiedene Vogelarten.


Rosalöffler - Mangrovenbussard - Silberreiher 

Ich beobachtete aber auch die unbelehrbaren „Touris“ in unserem Boot. Sobald unser Bootsführer eine weitere Vogelart entdeckte, huschte die ganze Mannschaft auf die entsprechende Bootsseite um das beste Foto zu machen. Das war nicht ganz ungefährlich, denn das Boot schwankte dabei so sehr, dass die Krokodile „HALLO“ sagen konnten. Dem Bootsführer gefiel das gar nicht, doch mit seiner Aufforderung sitzen zu bleiben blieb er erfolglos.





Während unserer Bootstour zog eine beeindruckende Landschaft an uns vorüber. Neben dichten Mangrovenwaldkanälen bewunderten wir grün bedeckte Berge inmitten einer spektakulären Regenwaldlandschaft. 🌴

Freitag, 18. Januar 2019

Wo die Sonne untergeht

Seit Anfang Januar lebt Nicole, eine weitere Freiwillige aus Deutschland, in unserem kleinen Dorf Esterones. Um ihr das Ankommen etwas leichter zu machen, buchten wir gemeinsam eine "Sunset-Quad-Tour“. Zusammen mit Anna und ihrer Freundin Lea, die hier ihren Urlaub verbrachte, passte das sehr gut. Ganz schnell standen für uns vier, zwei „Outback-Quads“ zur Verfügung (65 USD pro Person).


Ich freute mich darauf, denn bei der letzten Tour war ich nur Beifahrer. Jetzt wollte ich ans Steuer! 😍

Zusammen mit einer kanadischen Familie und unserem Guide Luis ging´s mit vier Quads zu den Stränden in südlicher Richtung. Nicole sollte auf jeden Fall die Strände sehen, die nicht gerade vor unserer Haustür liegen. Denn an unseren Hausstränden "Playa Buena Vista" und "Playa Barrigona" wird sie in den nächsten Monaten ganz bestimmt noch öfter sein.

Selbst fahren ist einfach genial! 👍 Es macht Spaß unebene, steile Pisten zu nehmen, Flussbetten zu überqueren und dabei endlos dreckig zu werden. Auch wenn mir nach einer Weile vom ständigen Gas geben der Daumen schmerzt, würde ich mich immer wieder auf das Abenteuer einlassen.

Nach vier Stunden erreichten wir wieder den Strand von Samara. Hier sorgte Luis für ein fruchtiges Geschmackserlebnis. Doch bevor wir nach seiner weltbesten Ananas und Melone 🍍🍉 griffen „entstaubten“ wir unsere ausgetrockneten Kehlen mit reichlich Wasser. 

Um 17:40 Uhr war dann die Zeit gekommen um bei wolkenfreiem Himmel den Sonnenuntergang zu genießen. Tatsächlich habe ich seit ich hier bin nur wenige Sonnenuntergänge gesehen, denn an unserem „Playa Buena Vista“ taucht sie hinter einem Berg ins Meer. 🌞




Freitag, 4. Januar 2019

Weihnachten und Silvester in Costa Rica

Eine wirklich außergewöhnliche Silvesternacht liegt hinter mir, sieben Stunden nach „Old Germany“ bin auch ich gut ins neue Jahr gekommen! 🎉
Aufgrund einiger Nachfragen über Costa Ricas Weihnachts- und Silvesterbräuche werde ich in diesem Blog genauer darauf eingehen.

Euch allen ein frohes neues Jahr 2019! 🍀
Eure Annika




Weihnachtsbräuche

Rund 85 Prozent der Costa-Ricaner bekennen sich zum Christentum. Die große Mehrheit davon ist römisch-katholisch, dementsprechend wird die Geburt Christi auch in Costa Rica gefeiert.

Schon Ende November, wenn die Regenzeit endet, sieht man in den großen Städten die ersten bunt blinkenden Lichterketten und weihnachtliche Girlanden. Zypressen  dienen als Nadelbaumersatz, da diese aber sehr schnell trocknen bevorzugen die meisten Familien einen Weihnachtsbaum  aus Plastik. Mit elektrischen Lichterketten, Kugeln und Schleifen stehen sie, wie auch in Deutschland, bunt geschmückt in den heimischen Stuben. 🎄

Treibholz-Weihnachtsbaum am „Playa Giones“ 

Einen besonderen Stellenwert nimmt die Weihnachtskrippe  ein. Die Ticos lassen beim Bau ihrer Kreativität freien Lauf. Neben selbstgebauten Holzhütten und Figuren findet man nicht selten echte Wasserläufe und grüne, mit Moos gestaltete Wiesen. Das Christuskind  wird jedoch immer erst am 24.Dezember um Mitternacht in die Krippe gelegt.


Ein weiterer Brauch sind die „Posadas“, die an die Wanderung von Maria und Josef erinnern. Meist kirchlich organisiert, ziehen Gruppen schon Wochen vor Weihnachten von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder.

„Posadas“ erinnern an die Wanderung von Maria und Josef

An Heiligabend gehen die Familien in die Kirche um zu Danken. Anschließend wird gemeinsam zu Abend gegessen und gefeiert. Die traditionellste Speise der Weihnachtszeit ist „Tamales". Tamales sind vielseitige, mit Gemüse und Fleisch gefüllte Maisteigtaschen. Wie Geschenke werden sie in Bananenblätter verpackt bevor sie in heißem Wasser gekocht werden. Eine wirklich leckere Geschmacksüberraschung, die man in froher und geselliger Runde genießt! 

Tamales - Gefüllte Maisteigtaschen

Schnell vergeht die Zeit bis Mitternacht. ⏰ Nachdem das Christuskind in die Krippe gelegt wurde, beginnt die Bescherung  und die Geschenke dürfen ausgepackt werden. 

Doch Weihnachten wird in Costa Rica sehr unterschiedlich gefeiert. Ich bin froh, dass der Konsum, der auch Costa Rica schon lange eingeholt hat, noch nicht so sehr in unser kleines Dorf „eingedrungen“ ist.
Nicht überall im Land haben die Familien genügend Geld (insbesondere nach der Regenzeit) um sich Weihnachtsschmuck, Geschenke und ein großes Festessen leisten zu können. So auch in unserer Familie. Wir verbrachten die Weihnachtsfeiertage, wie alle Tage, ganz schlicht und einfach in unserem kleinen Dorf Esterones. Am 26. Dezember besuchten uns meine beiden älteren Gastgeschwister mit ihrer Familie. In froher Runde wurde gegrillt und auch ich kam in den Genuss leckere Tamales zu essen. 

Meine jüngere Gastschwester und die Kinder meines Gastbruders Erick mögen mich sehr. Ich hatte viel Spaß zusammen mit ihnen und konnte bei „Elfer raus“ in bester Gesellschaft ein stress- und konsumfreies Weihnachtsfest genießen.



Silvesterbräuche

Zwischen Weihnachten und der ersten Januarwoche finden in Costa Rica weitere Feierlichkeiten statt. Da gibt es z.B. das große Reiterfest („Tope“) in San José. Wie auch schon Anfang Dezember beim Lichterfest, zieht es erneut viele Besucher zur Parade in die Hauptstadt. Ebenso findet man an zahlreichen Orten traditionelle Stierkämpfe ("Fiesta del Toros“), die jedes Jahr von tausenden Costa-Ricanern besucht werden. 🐂 
Die Stierkampf-Arena ist immer umgeben von einem großen Jahrmarkt mit Buden, Verkaufsständen, Fahrgeschäften, Musik, Tanz und traditionellem Essen. 🎡


Jahrmarkt in Samará

Auch in unserem nahegelegenen Städtchen Samará fand zum Jahreswechsel ein Stierkampf und ein Jahrmarkt („Chinamos“) statt. Im Anschluss an das Spektakel erfolgte ein schönes Feuerwerk  am Strand.

Geplant war, den Silvesterabend mit meiner ganzen Familie am Strand in Samará zu verbringen. Mein Gastvater hatte es geschafft sein kaputtes, schon lange im Schuppen stehendes Auto, wieder zum Laufen zu bringen. Das wollten wir nutzen …. doch die Vorfreude war nur kurz, schon nach wenigen Tagen war das Auto heiß gelaufen und erneut fahruntüchtig. Stundenlang sah ich meinen Gastvater am Auto arbeiten, leider erfolglos. 🚘


Seit ich hier bin ist das Auto nur wenige Male gefahren

Auch die Möglichkeit mit einem „Sammel-Pick-up“ nach Samará zu kommen zerschlug sich kurz vor Abfahrt aufgrund Unterschreitung zahlungsfähiger Mitreisenden. Letztendlich entschieden sich meine Gasteltern dazu, auf Samará zu verzichten. 😩

So kam es, dass ich mich zusammen mit Anna per Autostopp auf den Weg zum 8 km entfernten Samara machte. Schon bald bot uns ein Motorradfahrer seine freie Sitzfläche an und wir erreichten auf abenteuerlichem Weg eine halbe Stunde später erleichtert das Ziel. 

Wohlwissend, dass bei Costa Ricas Stierkämpfen (Bullenreiten) das Tier weder verletzt noch getötet wird, entschieden wir uns dazu „Fiesta del toro“ zu besuchen (8,50 USD). Ab 20 Uhr saßen wir für die nächsten dreieinhalb Stunden unter hunderten Zuschauern auf der Tribüne. 

Wer reitet welchen Stier? Das Los entscheidet!

Während nacheinander zwölf Stiere ihre Reiter zu Fall brachten, war es auch Besuchern gestattet mitzumachen. Besonders Mutige versammelten sich gemeinsam in der Arena bevor der aufgeregte Bulle mit seinem Reiter eingelassen wurde. 

Die Aufgabe eines Stierreiters ist es, solange wie möglich auf dem Stier sitzen zu bleiben. Keine leichte Aufgabe, denn das verängstigte Tier setzt natürlich all seine Kräfte ein um seinen „Feind“ mit wilden Bocksprüngen abzuwerfen. 



Meist dauert das Abwerfen nur Sekunden und die Zuschauer feuern den Reiter lautstark an, damit er beim Aufstehen und Weglaufen rasch in Sicherheit kommt. Sofort lenken einige Männer mit roten Tüchern und auch die „Mutigen Besucher“ der Arena die Aufmerksamkeit des Stieres auf sich, bis ihn schließlich zwei Cowboys auf ihren Pferden mit dem Lasso einfangen.





Rückblickend stelle ich fest, dass der traditionelle Stierkampf in Costa Rica eine nicht ganz ungefährliche „Mutprobe“ ist, mit der sich Männer auf Kosten der Stiere beweisen möchten. 

Kein Wunder, dass die Stierkämpfe umstritten sind .... mehrfach gingen die Tiere, vom Lasso stark stranguliert, zu Boden. Regungslos lagen sie da bis ihnen das Lasso wieder etwas gelockert wurde. Auch wenn die Tiere nicht getötet wurden, so empfand ich das gewaltsame Einfangen als Tierquälerei. 

Gegen 23:30 Uhr machten wir uns auf den Weg zum nahegelegenen Strand um zusammen mit netten Menschen das neue Jahr zu begrüßen. Es herrschte costa-ricanische Familienidylle. Jung und Alt feierten fröhlich miteinander. Überall duftete es nach Essen und das eigene Lagerfeuer diente als Grill.

Nachdem die ersten Raketen stiegen und sich das Feuerwerk mit seinen leuchtenden Farben im Meer so wunderschön spiegelte, musste ich mich wieder mal kneifen um zu spüren, dass das alles wahr ist, was ich hier erlebe. 😍



Sonntag, 30. Dezember 2018

Monteverde Reservat - Adrenalin pur!

Ein letzter Ortswechsel führte uns zum Monteverde Reservat nach Santa Elena bevor es wieder, rechtzeitig vor Weihnachten, nach Hause zu meiner Gastfamilie ging.

Das private Naturreservat Monteverde liegt 900 bis 1680 Meter über dem Meeresspiegel und beeindruckt durch seinen dichten und mystisch anmutenden Nebelwald. 

 
Monteverde (übersetzt „grüner Berg“)           

Zwischen den mit Orchideen, Farnen, Moosen, Flechten und Kletterpflanzen bewachsenen Bäumen befinden sich über 100 Säugetierarten wie z.B. Jaguare und Tapire. Überwältigend groß ist die Anzahl der unterschiedlichsten Vögel, denn davon gibt es über 400 Arten. Darunter zahlreiche Kolibris sowie der scheue Göttervogel Quetzal mit seinem bunten Gefieder, den ich leider nicht zu Gesicht bekommen habe.

 
Manuel Antonio - Santa Elena 
(Strecke 190 km, Fahrzeit 6 Stunden mit umsteigen in Puntarenas)

Bei der Auswahl unseres Hostels „Cabinas Vista al Golfo“ (16 USD) haben wir darauf geachtet unsere Ausflugsziele möglichst zeitnah erreichen zu können.  Das war auch gut so, denn das Fahrwerk des Shuttlebusses musste auf den 7 km zum Selvatura Park so einiges wegstecken. Die Straßen werden hier nur sporadisch ausgebessert. Da werden Schlaglöcher mit Dreck gestopft, der nachfolgende Verkehr übernimmt die Befestigung und nach dem nächsten Regen geht alles wieder von vorne los.

 

Selvatura Park - Hängebrückenwanderung (35 USD)

Der gut erschlossene Selvatura Park ist ein Abenteuer-Naturpark, der gleich mehrere Aktivitäten bietet. Neben den bekannten Hängebrücken und Seilrutschen kann man auf einem 3 km langen Wanderweg den Nebelwald erkunden. Auch eine Führung durch einen Kolibri- und Schmetterlingsgarten sowie eine Insekten-, Reptilien- und Amphibienausstellung ist möglich.

Wir nutzten das trockene Wetter und wagten uns auf acht Hängebrücken von 51 bis 170 Metern Länge. Alle integriert in einen 3 km langen Nebelwald-Wanderweg. 


Unterschiedliche Brückenhöhen machen es möglich mit den Bäumen auf halber Höhe der Stämme zu sein, aber auch weite Teile des Nebelwaldes zu überblicken. Wir hatten großes Glück, es zogen kaum Nebelwaldwolken vorbei. Wunderschöne Aussichten in die Baumkronen und auf ihr dichtes Blätterdach eröffneten sich.

 

 

 

Diese Aussichten sind aber nicht garantiert, denn die meiste Zeit ist der Wald in Nebel verhüllt. Ursache für den Nebel ist die feuchte Luft, die der Wind vom Pazifik in die Berge transportiert. So können Moose und Flechten in großer Vielfalt auf Bäumen wurzeln. 

Nebelwald

 
Luftwurzel einer Kletterpflanze

Das alles wirkte wie ein verzauberter Wald auf mich. Obwohl uns immer wieder Menschen begegneten, herrschte während unserer zweistündigen Wanderung eine unglaublich beruhigende Stille, die noch eine ganze Weile in mir nachwirkte. In dieser Stille hörte ich hin und wieder das Surren der Canopy-Seilwinden und sah hoch über mir winzig kleine Menschen, die wie Vögel durch die Luft flogen. Schon beim Anblick schlug mein Herz höher. Das sollte auch für mich am nächsten Tag Wirklichkeit werden ….


100% Aventura Park - Baumwipfel-Tour (50 USD)

Gleich am nächsten Tag ging´s los zum 100% Aventura Abenteuerpark. Ich muss zugeben, dass ich schon nach dem Aufwachen unruhig war. Denn das, was ich mir für den Tag vorgenommen, sollte für mich eine nie zuvor erlebte Mischung aus Abenteuer, Freiheit und purem Nervenkitzel werden. 

Ja, ich wollte mit einer „Zip-Line“ wie SUPERMAN über den Regenwald fliegen und zur Steigerung, für den absoluten Adrenalin-Kick, wie TARZAN an einer „Liane“ schwingen!

Eine Zip-Line ist eine Seilrutsche. Sie besteht aus einer Rolle, die an einem Seilzug aufgehängt ist. Der Benutzer hängt gesichert an dieser frei beweglichen Rolle und bewegt sich durch die Schwerkraft angetrieben auf dem geneigten Drahtseil von oben nach unten. 

Zur 3-stündigen, im voraus gebuchten Erlebnis-Combo-Tour gehörten neben dem Hin- und Rücktransfer folgende Attraktionen:

7 Seilrutschen (sitzend), 
2 Superman-Seilrutschen (liegend)
1 Tarzan Swing 
1 Hängebrücke, 
1 Abseilung

100% Aventura Park

Zu Beginn mussten wir uns einer professionellen Sicherheitseinweisung unterziehen. Alles war gut organisiert und bei Nachfragen, Zweifeln oder auch Ängsten stand an den einzelnen Stationen immer ausreichend Personal zur Verfügung. 


Und dann ging es auch schon los ….

Es brauchte etwas Übung bis die Gurte richtig angelegt und entsprechende Sicherheit gegeben war. Die erste Fahrt im Sitzen war noch kurz und gab Raum zur Eingewöhnung, doch dann wurden die Seile immer länger und höher. Die Fahrten von einer Zip-Line zur nächsten wurden recht zügig durchgeführt, ich hatte nicht viel Zeit zum Nachdenken. Das war gut so, denn schon nach sechs sitzenden Zip-Lines und einer Abseilstation kam ich zu den längeren Seilbahnen.

 

…. und dann stand auch schon die erste „Superman- Zip-Line“ bevor. Ab jetzt wurde nicht mehr im Sitzen, sondern im Liegen gefahren. Die Gurtanlegung war eine andere, es gab einen Bauch- und einen Beingurt. Zwei Zip-Lines verliefen parallel und man wurde entsprechend seinem Gewicht eingehängt.

 
Doppelte Gurtaufhängung „Superman-Zip-Line“

Ja, was soll ich sagen, die letzten beiden Zip-Lines waren die verrücktesten. Als ich die Plattform hochkletterte, konnte ich schon die Freudenschreie von denen hören, die bereits 200 Meter über dem Wald flogen. Mein Herz schlug heftig und man gab mir keine Zeit mehr Luft zu holen …. von jetzt auf gleich war ich ein Vogel und flog eine Strecke von 1590 Metern über den Regenwald. Der Abgrund unter mir und die steigende Geschwindigkeit sorgten für Gänsehaut, gleichzeitig überfiel mich ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer. Die Aussicht war atemberaubend, einfach fantastisch!

Doch damit nicht genug, den nächsten Adrenalin-Kick holte ich mir mit dem „Tarzan-Swing“.

 

Über einen Ausleger führte der Weg. Das Angurten ging ganz schnell und als das kleine Türchen aufging gab es kein Zurück mehr. Ich registrierte noch kurz, dass die winzigen Bäume unter mir wie Brokkoli aussahen und dann sprang ich auch schon …. 

 

schreiend stürzte ich 45 Meter in die Tiefe. Mein Seil hat mich nicht im Stich gelassen bis ich nach einigem hin und her schwingen wieder eingefangen wurde.

Niemals werde ich diesen Sprung vergessen!

Tipp: Wer sich hier drauf wagt, der sollte nicht mehr nachdenken und möglichst nicht runter schauen nachdem er gesichert ist. 

EINFACH SPRINGEN UND DU WIRST ES NICHT BEREUEN!

Sonntag, 23. Dezember 2018

Feliz Navidad!

Liebe Familie, liebe Freunde, liebe Interessierte,

vielen Dank für Eure positiven Rückmeldungen, die mich über viele Wege erreichen! Nach einigen gesundheitlichen Barrieren geht es mir jetzt wieder gut und ich genieße das Leben in Costa Rica.

Mein Blog wurde seit meiner Ausreise nach Costa Rica nun schon über 5000 mal geöffnet. Da er auch mit der Internetseite meiner Organisation http://www.firsthand-costarica.com/ verlinkt ist, hoffe ich über diesen Weg weitere Menschen mit meinen Erfahrungen und Erlebnissen begeistern zu können. 
Also, wenn Ihr über einen Freiwilligendienst nachdenkt, dann kann ich Euch nur ermuntern diesen Schritt zu tun. Bei firsthand seid Ihr wirklich gut aufgehoben.

Weihnachten werde ich im Kreise meiner lieben costa-ricanischen Familie verbringen. Alle Familienmitglieder kommen zusammen und ich denke es wird eine fröhliche und laute Runde werden. Wie die Festtage genau ablaufen das weiß ich noch nicht. Ich lass mich überraschen und bin gerne bereit auf die knusprig gebratene Ente mit Rotkraut und Knödeln zu verzichten. 😀


🎄 Feliz Navidad 🎄
wünsche ich Euch allen, 
verbringt schöne Tage und ein glückliches Weihnachtsfest!

Eure Annika

Samstag, 22. Dezember 2018

Nationalpark Manuel Antonio

Zeit um den Standort an die südliche Pazifikküste zu wechseln. Mit dem öffentlichen Busverkehr (5,80 €) ging´s zum Nationalpark Manuel Antonio. Nach der langen Busfahrt und dem check in im Hostel „Selina Manuel Antonio“ (34USD) ließ ich den Tag am Playa Espadilla bei spektakulärem Sonnenuntergang ausklingen. 


Aufgrund von Umweltauflagen liegen hier die Hotels nicht am Strand. Für kleines Geld konnte ich den regelmäßigen Shuttlebusverkehr zum Nationalpark und dessen Stränden nutzen.

San José - Manuel Antonio 
(Strecke 171 km, Fahrtzeit 4,5 Stunden)

Manuel Antonio ist der kleinste und auch einer der beliebtesten Nationalparks Costa Ricas. Das sieben Quadratkilometer große Schutzgebiet besteht aus einem dichten Regenwald. Zu ihm gehören drei wunderschöne weiße Strände und eine große Meeresfläche mit 12 kleinen Inseln, die als Nistplatz für Vögel dienen. 

 

Der Nationalpark ist bekannt für seine vielen Wildtiere. Es gibt 109 verschiedene Säugetierarten, wie z.B.Faultiere, Weißrüssel-Nasenbären, Gürteltiere und Rehe. Auch die vom Aussterben bedrohten Totenkopfaffen sind hier ebenso wie fast alle Reptilien der Pazifikküste vertreten. Unzählige Pflanzen- Fisch- und Vogelarten gesellen sich dazu.
Durch den Park führt ein 2 km langer Hauptwanderweg, der die unter Naturschutz stehenden Strände verbindet. Obwohl die Besucherzahl auf täglich 800 Personen begrenzt, wurde ich das Gefühl nicht los, dass wir hier am falschen Ort sind. Die Guides um uns herum führten riesige Gruppen im Schlepptau, die bei jedem Äffchen vor Begeisterung aufschrien. Anna und ich mussten grinsen …. denn Affen sind für uns nichts Aufregendes mehr, wir leben schließlich schon vier Monate mit den Tieren zusammen.

 
Hochsaison lässt grüßen!

Unser Guide (35USD) hatte ein riesiges Fernglas dabei, mit dem er die Tiere weit oben in den Gipfeln der Bäume aufsuchen konnte. Das machte das Beobachten und Fotografieren der gut getarnten Regenwaldtiere viel einfacher. 

 
Kolibri im Nest

 
Chamäleon

Tiere und Pflanzen sollten allerdings nicht berührt werden. Tabu ist der Manzanilla-Baum, der giftige Früchte trägt und eine milchige Substanz absondert. Unter ihn sollte man sich besser nicht legen auch wenn die Verführung groß ist am Strand nach einem schattigen Plätzchen zu suchen.


Wir wählten den etwas ruhigeren Strand Playa Espadilla Sur.

 


Fazit: Sehr schöne Strände, Regenwald völlig überlaufen.